Literatur/Publizistik
Alpenlage - Eine Verankerung
Raoul Eisele hat in den vergangenen Jahren sowohl als Lyriker als auch als Theater-Autor auf sich aufmerksam gemacht, 2023 erhielt er den Burgenländischen Literaturpreis. Er ist eine sehr individuelle und eigenständige Stimme der heimischen Literatur, seine Sprache besticht durch Extravaganz und Originalität.
In seinem aktuellen Buchprojekt begreift der Autor das Schreiben als einen existentiellen Kraftakt– vergleichbar mit einer hochalpinen Besteigung. Im Zentrum stehen die psychischen und physischen Belastungen künstlerischer Existenz, die Mechanik des Scheiterns und die Spannung zwischen kreativem Drang und struktureller Zermürbung. Die Metaphorik des Bergsteigens – Aufstieg, Gipfel, Abstieg – dient als allegorischer Rahmen, literarische Vorbilder wie Thomas Bernhards radikale Abrechnungen mit dem Kulturbetrieb oder Nan Shepherds philosophische Naturbetrachtungen (The Living Mountain) bilden Referenzpunkte.
Parallel dazu wird die bedrohte Natur der Alpen als ökologisches Mahnmal gezeichnet, wobei die Fragilität des Individuums mit jener des Ökosystems verwoben wird. Ziel des Projekts ist es, den Literaturbetrieb zu entmystifizieren, gleichzeitig soll eine neue ökologische Sensibilität entstehen, gefördert durch eine „Ästhetik der Achtsamkeit“ . Das Buch mit Fokus auf dem Alpenraum besitzt aufgrund der ökologischen Themen globale Relevanz.
Die Burgenland-Stiftung Theodor Kery fördert dieses Buchprojekt.

