Fred Sinowatz Bildungspreis

Sprachliche Vielfalt

Sprache und Kultur sind ein wichtiger Teil der menschlichen Identität. Das Burgenland ist ein Musterbeispiel für gelebte Integration im Bereich der Volksgruppen. Eine tragende Rolle für die positive Entwicklung in diesem Bereich spielt das mehrsprachige Schulwesen – es bietet einen reichhaltigen Erfahrungsschatz im Bereich der interkulturellen und regionalsprachlichen Bildung. Das Minderheitenschulgesetz für das Burgenland ermöglicht es heute jeder Schülerin und jedem Schüler, die Volksgruppensprachen Kroatisch, Ungarisch und Romanes zu erlernen.

Im Burgenland gibt es als einzigartiges regionalsprachliches Bildungsangebot zweisprachige Schulen. Das sind Schulen mit deutscher und kroatischer bzw. Schulen mit deutscher und ungarischer Unterrichtssprache. Die Vorteile mehrsprachiger Bildung liegen auf der Hand. Sie bietet nicht nur hervorragende Berufsperspektiven, sondern auch gute Voraussetzungen für den Erwerb weiterer Sprachen, bedingt Offenheit für andere Kulturen, Länder und Menschen, bewirkt Kreativität und Flexibilität im Denken und ist außerdem eine bedeutende persönliche Bereicherung.

Karin Vukman-Artner, eine burgenländische Kroatin, engagiert sich bereits seit ihrer Jugend für die burgenländischen Volksgruppen. Seit 2012 leitet sie in der Bildungsdirektion Burgenland – vormals Landesschulrat - die Abteilung für das Minderheitenschulwesen. Die Abteilung ist für die Aufsicht aller Schulen und Klassen, die nach dem Minderheiten-Schulgesetz organisiert sind, zuständig. Darüber hinaus obliegt ihr die Fachaufsicht für die Unterrichtsgegenstände Kroatisch, Ungarisch und Romanes an allen anderen Schulen.

1966 in Eisenstadt geboren, begann Karin Vukman-Artner nach ihrer Ausbildung an der Pädagogischen Akademie Eisenstadt ab 1986 ihre Lehrtätigkeit an den zweisprachigen Volksschulen Hornstein/Vorištan und Oslip/Uzlop. Nebenberuflich studierte sie an der Universität Wien Pädagogik und Sonder- und Heilpädagogik. Weiters war sie am Pädagogischen Institut des Bundes für die Fort- und Weiterbildung von Pädagog/innen zuständig, bevor sie 2000 zur Direktorin der zweisprachigen Volksschule Hornstein/Vorištan bestellt wurde. Mehrere Jahre war sie Lehrbeauftrage für Kroatisch an der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland. Seit 2012 ist sie an der Bildungsdirektion Burgenland – vormals Landesschulrat – für die Belange des Minderheitenschulwesens zuständig. Seit 2013 ist sie Mitglied im Hochschulrat der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland. Ihre Arbeit ist geprägt von der Zusammenarbeit mit den burgenländischen Volksgruppenvereinen. Sie engagiert sich beim Sozialdemokratischen Lehrerverein (SLÖ) Burgenland und ist seit 2022 Vizebürgermeisterin der zweisprachigen Gemeinde Zagersdorf/Cogrštof. Die Erhaltung der burgenländischen Volksgruppensprachen ist ihr ein großes Anliegen.

Die Burgenland-Stiftung Theodor Kery ehrt das Engagement mit dem Fred Sinowatz Bildungspreis.